Teil 3 der Miniserie: „Die Schattenseiten des Erfolgs“:
In dieser Folge meines Männer Podcasts spreche ich über meinen eigenen Kontrollzwang als Unternehmer und Vorstand. Ich erzähle, warum Kontrolle immer auch Misstrauen bedeutet. Wie sie Vertrauen und Freude zerstört – und wie ich dadurch meine besten Mitarbeiter, meinen Geschäftspartner und sogar die Nähe in meiner Ehe verloren habe.
Die entscheidende Erkenntnis: Erst wenn ich mir selbst mehr zutraue und nicht mehr perfekt sein muss, kann ich auch anderen zutrauen, zu wachsen.
Wahre Führung entsteht nicht durch Härte oder Kontrolle, sondern durch Demut, Zutrauen und den Mut, andere groß zu machen.
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Transkript der ganzen Männer Podcast Folge Nr. 17:
Herzlich willkommen zur dritten Folge meiner Miniserie Die Schattenseiten des Erfolgs. Heute geht es um die Frage, warum Kontrolle keine Führung ist. Wahnsinnig viele Führungskräfte, die alles im Griff haben wollen. Aber Kontrolle ist nicht gleich Führung. Und Härte ist nicht gleich Stärke. Und ich kann das deswegen so gut sagen, weil ich selber ganz genau so war.
Meine These heute, viele erfolgreiche Führungskräfte sind misstrauisch. Also misstrauisch ist vielleicht nicht das richtige Wort Dieses fehlendes Vertrauen habe ich früher weit von mir gewiesen. Ich habe meinen Mitarbeitern vertraut aber ich habe ihnen nichts zugetraut Ich habe ihnen nicht zugetraut dass sie es genauso gut machen, wie wenn ich es selbst machen würde.
Und deswegen habe ich sie kontrolliert. Ich habe das mal mit Stefan, einem meiner Mitarbeiter, lange diskutiert. Der hat mir diesen Blickpunkt, der hat mir diese Erkenntnis gegeben. Ja, ich vertraue meinen Mitarbeitern, klar, sonst wären sie nicht da. Aber ich traue ihnen nicht zu, dass sie es genauso gut machen, wie wenn ich es selbst machen würde.
Und das wird zum Problem. Denn ich bin mein Maßstab Und jetzt kommt noch was obendrauf. Ich selbst bin an meinem Maßstab oft gescheitert. Ich war eben nicht immer perfekt oder ich war fast nie perfekt, eigentlich nie. Aber das zuzugeben und das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber das zuzugeben da habe ich eine ganze Weile gebraucht, das mir einzugestehen dass auch ich nicht perfekt bin.
Wer dazu ein bisschen mehr hören oder sehen will, schaut euch die letzte Folge nochmal an Da habe ich das Thema ein bisschen auseinandergenommen. Diese Kontrolle, dieser Kontrollzwang Wahn hätte ich es fast genannt, führt interessanterweise dazu, dass die Ergebnisse schlechter werden. Ja, die Mitarbeiter, übrigens auch die Kinder oder die Partner zu Hause spüren das sehr genau, dass ich es ihnen nicht zutraue.
Ja, du traust mir das nicht zu. Dann ziehen sie sich zurück und leisten nur noch das Nötigste. Und dazu kommt, Kontrolle ist oft respektlos. Es gibt diese wunderbare Geschichte meines wunderbaren Kollegen René Bourbonos, wo er erzählt, wie er zu Hause abends die Zahnbürste seines Sohnes kontrolliert, ob er Zähne geputzt hat und die Zahnbürste ist noch trocken.
Und was macht er? Er ruft, hast du Zähne geputzt? Und diese Frage ist äußerst respektlos. Denn was soll er denn antworten der arme Kerl? Natürlich wird er Ja antworten Das heißt, eigentlich zwingen wir Eltern ihn mit dieser Frage zum Lügen. Und das ist zutiefst respektlos und führt ganz bestimmt nicht dazu, dass er morgen freiwillig die Zähne putzt.
Und genauso ist es mit unseren Mitarbeitern. Es kommt noch was on top. Im Innen gibt es eine Überforderung. Denn alles im Blick zu halten, alles ständig zu kontrollieren nie loslassen zu können, ist verdammt anstrengend. Und glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede. Und irgendwann kommt dann so eine innere Leere.
Weil Kontrolle ersetzt Vertrauen, aber niemals entsteht dadurch echte Nähe. Man ist immer angespannt, immer in Hab-Acht-Stellung. Wie soll da Beziehung wie soll da Verbindung entstehen? Und ja, ihr habt schon gemerkt, genau so war ich. Und genau so ging es mir. In meiner Zeit als Vorstand. Und erst einmal fühlt sich das ja cool an, so wie, hey, ich habe alles im Griff.
Und das geht dann auch eine ganze Weile gut. Aber irgendwann kippt das dann, weil Vertrauenheit, Verbundenheit und Freude verloren gehen. Also gerade Freude im Zusammenspiel, in der Zusammenarbeit. Und sensible Mitarbeiter, sensible Ehepartner, die merken das zuerst, also die Sensiblen merken das zuerst und ziehen dann Konsequenzen.
Ich habe damals, weiß ich noch genau, innerhalb von zwei, drei Jahren, meinen besten Verkäufer, meine rechte Hand und am Ende auch meinen Co-Vorstand, meinen Partner verloren. Und wenn man genau hinschaut, habe ich damals auch die Verbindung zu meiner Frau verloren vor lauter Härte vor lauter Kontrolle. Und der erste Schritt damals, nachdem die alle von Bord gegangen sind, war Flucht Also nicht, ich habe nichts geändert, so weit war ich damals noch nicht, sondern Flucht.
Ich habe die Firma verkauft und als Einzelkämpfer ohne Mitarbeiter muss ich nicht mehr führen. Muss ich mich nicht mehr mit Mitarbeitern herumärgern. Aber irgendwann hat dann dieser Unternehmer in mir, der ja sehr stark ist und den ich sehr mag, das hat den nicht glücklich gemacht, der hat dann rebelliert.
Ja, dem fehlte was. Also musste ich irgendwann… Erkennen, dass es am fehlenden Zutrauen lag und musste lernen, zuzutrauen. Und jetzt wird es spannend und heute mal Hosen runter. Das bedeutete zuallererst, ich musste es mir selbst zutrauen. Denn auch ich war ja nie perfekt und dadurch auch nie zufrieden mit mir selbst.
Mein Anspruch an mich selbst war nie zu erreichen. Und diese Erkenntnis war unerwartet Echten Schock. Ich weiß noch den Moment, wo ich abends irgendwann mal auf meiner Bettkante saß und gedacht habe, hey, seit 50 Jahren gehe ich jeden verdammten Abend ins Bett und bin nicht zufrieden mit mir selbst.
Jeden verdammten Abend. Seit 50 Jahren
Seit ich mir selbst mehr zutraue oder andersrum seit ich mir selbst erlaube, nicht mehr perfekt sein zu müssen, kann ich das auch bei anderen. Und seitdem hat sich viel verändert. Denn am Ende geht es um Zutrauen statt um Kontrolle. Traue ich mir selbst, kann ich auch anderen trauen. Es geht um Stärke, ja, aber Stärke durch Demut Ich muss nicht alles im Griff haben, sondern ich muss den Rahmen setzen und dann andere darin groß machen, anderen zutrauen zu wachsen.
Und ich habe immer gewollt dass andere wachsen. Das war mir immer ein Herzensanliegen. Aber das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht Kennt ihr alle? Andere wachsen lassen, hat mehr mit Demut zu tun als mit Härte oder gar mit Kontrolle. Führen heißt dienen, nicht absichern. Ich weiß, da könnten wir jetzt drei Folgen über Politik und diese Dinge machen.
Das lassen wir mal unterm Deckel okay? Lassen wir mal den Deckel drauf. Für heute vielleicht mache ich es irgendwann noch. Ja, also führen heißt dienen nicht absichern. Dienen der Aufgabe, dienen dem Team, dienen der Familie, nicht dem eigenen Ego. Männer, die das entwickeln, werden respektiert nicht gefürchtet.
Und glaubt mir, das fühlt sich viel besser an. Wenn du mehr wissen willst, sprich mich an, schreib mir eine Nachricht und abonniere den Kanal. Und dann sehen wir uns wieder, spätestens in zwei Wochen. Herzlichen Dank.


