Teil 2 der Miniserie: „Die Schattenseiten des Erfolgs“:
In dieser Folge der Miniserie Schattenseiten des Erfolgs spreche ich über die dunkle Seite von Disziplin, Perfektion und dem ständigen „immer weiter“.
Ich teile meine eigene Geschichte – vom erfolgreichen Unternehmer mit 80-Stunden-Wochen und Millionenumsätzen bis hin zum Burnout – und wie ein einfacher Satz mein Leben verändert hat.
Es geht um Überlastung, innere Konflikte, Einsamkeit – und darum, wie wir Männer lernen können, unsere Kraft bewusst einzusetzen: klar, fokussiert und in Balance. Nicht, um perfekt zu sein, sondern um glücklich und erfüllt zu leben.
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Transkript der ganzen Podcast Folge Nr. 16:
Herzlich willkommen zu Teil 2 meiner Miniserie Schattenseiten des Erfolgs und heute geht es um das Thema Härte und wenn Härte alles zerstört.
Wir alle kennen die Sprüche du musst nur einmal mehr aufstehen als du hinfällst oder Olli Kahn, ja weiter, weiter, immer weiter. Alles Bullshit. Vielleicht macht es ja sogar erfolgreich, aber glaubt mir, glücklich geht anders. Glücklich macht es nicht. Ich weiß, dieser Erfolg, diese schnellen Entscheidungen werden von uns Führungskräften erwartet.
Aber wo führt es hin? Ich sehe um mich herum immer mehr Männer, die an den Folgen dieser Härte leiden. Es führt mindestens in die Überlastung, oft direkt in den Burnout. Es führt fast immer zu Konflikten im Job, in der Beziehung und auch zu inneren Konflikten in mir selbst, in dir selbst. Und es führt in die Einsamkeit.
Denn wer sucht schon Nähe zu einem harten Hund? Also mal vorausgesetzt er könnte es zulassen. Und mal ganz ehrlich, Angst ist nicht besonders anziehend und Macht vielleicht schon, aber Macht zieht halt oft die Falschen an. Ich kenne das gut. Ich wollte früher immer perfekt sein. Alles musste perfekt sein und ganz ehrlich, unsere Kunden haben uns dafür geliebt.
Sie waren aber nicht bereit für diese Perfektion das doppelte Bezahlen. Und ihr wisst genau, die letzten 20% Perfektion ja, die kosten 80% des Aufwands. Also kam wirtschaftlicher Druck noch obendrauf. Mehr Druck mehr Angst, noch mehr Arbeit. Nach Gründung der Salegro habe ich oft 60, 70, teils 80 Stunden die Woche gearbeitet.
Wir hatten immer diesen Spruch 35 Stunden Woche finde ich klasse, mache ich zweimal. Wir waren erfolgreich, die ersten Jahre waren wir sogar mega erfolgreich. Wir haben fast zwei Millionen Euro Jahresumsatz gemacht, wir haben tausend Tage Training im Jahr gemacht, wir haben Projekte mit siebenstelligen Budgets gewonnen.
Ich habe im Rekord, in meinem persönlichen Rekordjahr 189 Tage Billable delivered als Berater und als Trainer und war nebenbei noch Vorstand. Aber irgendwann war der Akku leer, also meiner, aber auch der meiner Mitarbeiter. Und PS, das Bankkonto war es seltsamerweise irgendwann auch. Und von da an ging es dann bergab, weil es kam mehr Druck dazu, es kam mehr Stress dazu, es kam mehr dazu, dazu, dazu dazu und irgendwann war es Schluss.
Nach zehn Jahren, 2015, habe ich die Firma dann verkauft Und danach wollte ich als Einzelkämpfer perfekt sein. Und ich war es oft auch, also meistens. Und meine Kunden haben mich dafür geliebt, dafür, dass ich die Extrameile gegangen bin, dafür, dass ich für sie individuell und so weiter einen draufgesetzt habe.
Und irgendwann bin ich dann in der Burnout-Klinik aufgemacht. Und ihr werdet jetzt lauthals lachen, aber ein Kalenderspruch, Hat mich verändert. Also die Zeit war vermutlich reif dafür. Und zwar kennt ihr vielleicht auf Mark Zuckerbergs Facebook, Schreibtisch steht angeblich der Spruch dann ist better than perfect.
Und daran halte ich mich seitdem. Also nicht immer, aber immer öfter. Und es wird höchste Zeit. Es war höchste Zeit dafür. Und heute kämpfe ich, wenn es sich lohnt statt immer zu kämpfen. Heute gebe ich 100 oder 120 Prozent, dann, wenn es wichtig und richtig ist. Aber nicht um mir zu gefallen, um anderen zu gefallen.
Ich gehe die extra Meile gerne, wenn es nötig ist, aber nicht mehr zwanghaft. Ich setze meine Kraft bewusst ein, entschlossen, klar, fokussiert, wo nötig auch mit vollem Einsatz. Und ich nehme mehr Rücksicht, also vor allem Rücksicht auf mich selbst. Ich achte auf mich. Was geht noch und was geht nicht mehr?
Und wenn es nicht mehr geht, dann sage ich freundlich klar, aber bestimmt nein. Und das hat etwas mit mir gemacht. Dieses dann ist better than perfect hat in mir ausgelöst dieses Verständnis, ich muss nicht mehr perfekt sein. Diesen Ansprüchen konnte ich sowieso nie genügen. Aber dazu mehr noch in der nächsten Folge in zwei Wochen.
Also es ist so entspannend nicht mehr perfekt sein zu müssen. Denn fast immer gilt, dann ist better than perfect. Also 80% erledigt ist besser als 100% nicht erledigt.
Und ich glaube, darum geht es nicht nur bei mir, sondern bei uns erfolgreichen Männern Dieses etwas vorwärts zu bringen, diese Kraft, die macht uns Männer doch aus, diese Power. Da geht was voran. Aber wie so oft ist die größte Stärke eben auch die größte Schwäche die größte Gefahr. Und… Wie so oft in meinen Podcast-Folgen, am Ende geht es dann immer irgendwie um die Balance.
Es geht darum, kraftvoll zu sein auf der einen Seite und achtsam. Und mit dieser Energie Haus zu halten. Sagt man das so? Und diese Energie fokussiert einzusetzen auf das, was wichtig ist. Es dort einzusetzen, wo es nötig ist. Und… Für mich ist dieser Spiegel in meinem Männerkreis oder von meiner Frau oder meinen Mitarbeitern meinen Kunden immer sehr hilfreich, mal hin zu gucken, mal hin zu spüren, wofür lohnt es sich denn wirklich, sich voll einzusetzen.
Wo braucht es mich zu 100 oder vielleicht auch zu 150 Prozent? Wo lohnt es sich wirklich zu kämpfen? Was ist mir wichtig? Wo fühlt es sich richtig an? Und wo reichen auch 80? Bin ich heute perfekt? Nein, natürlich nicht. Aber es macht mir nichts mehr aus. Und das wünsche ich euch auch. Mehr Gelassenheit mehr Fokus.


